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Website der Realschule im Feytal

Mit dem Fahrradhelm zur Apfelernte

Auch auf Fallobst hatten es die Mechernicher Realschüler abgesehen

Zwischen der Realschule im Feytal und der FÖNO gibt es bereits seit Jahren eine fruchtbare Kooperation.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Doch auf den Kopf kann er einem trotzdem fallen – vor allem dann, wenn kräftig am Baum gerüttelt wird. Aber die meisten der rund 95 Kinder, die Mitte Oktober auf der Obstwiese der Familie Beul anrückten, hatten vorgesorgt. Mit Fahrradhelmen auf dem Kopf und Säcken in der Hand durchforsteten sie das Gelände und wurden schnell fündig. Überall lagen Äpfel auf der Streuobstwiese verteilt, Früchte, die noch am Ast hingen, wurden im „Bäumchen-rüttel-dich-Verfahren"  heruntergeholt. Nachdem im letzten Jahr nur wenige Äpfel auf den Bäumen waren, konnten die Teilnehmer des Obstwiesentages der Realschule Mechernich diesmal wieder aus dem Vollen schöpfen. Sie schleppten das Fallobst gleich säckeweise zu der Scheune. Bereits seit einigen Jahren besteht die Kooperation zwischen der Realschule im Feytal und der Fördergemeinschaft naturnaher Obstwiesen und –weiden (FÖNO). Die FÖNO hat es sich zum Ziel gesetzt, die alten Obstwiesen der Region zu erhalten. Damit will man nicht nur ein Stück Kulturlandschaft bewahren, sondern auch die Erhaltung der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt solcher Flächen garantieren.

Theorie und Praxis

Diese Vielfalt ist auch für Schulleiter Willy Krause und das Lehrerkollegium ein Thema. Im Biologieunterricht und in verschiedenen AG-Projekten soll den Schülern nicht nur graue Theorie vermittelt, sondern auch die entsprechende Praxis nahe gebracht werden.

Fast schon auf Hochglanz poliert, wie das Obst im Gemüseladen oder Supermarkt präsentiert wird, wirkten die Äpfel auf der Obstwiese gestern natürlich nicht. „Einen Apfel mit braunen Stellen würde man im Geschäft liegen lassen. Dabei eignet er sich noch hervorragend für Apfelsaft", kommentiert Realschullehrer Guido Stehle das gängige Konsumverhalten unserer Tage. Auch „unschöne" Verwachsungen etwa in der Schale der Äpfel sind nicht verkaufsfördernd. Für die Schüler aber waren solche „Macken" kein Grund,  die Äpfel liegen zu lassen. „Meiner hat einen Stern", freute sich einer der Fünftklässler mit strahlenden Augen über seinen besonderen Fund.

Ein Teil der reichen Ernte wird von der FÖNO zu Apfelsaft gepresst. In der Realschule wird sich jede Klasse mit einem eigenen Projekt an der Apfelverwertung beteiligen. Dort lernen die Schüler dann etwa, wie man Marmelade kocht, Kuchen backt und das Obst konserviert. Manche der jungen Sammler ließen sich die vitaminreichen Früchte aber auch gleich vor Ort schmecken.